Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet. (Paul Cezanne)

Daniel Anhut

Die Kühlschrankfabrik

Meine Erforschung dieses riesigen Industrieareals liegt auch schon eine Weile zurück, aber ich kam noch nicht dazu, die mittlerweile zum Teil überarbeiteten Bilder einmal zusammengefasst zu zeigen. Auch wenn es vor allem stark verfallene und beschädigten Zweckbauten und Industrieanlagen waren, gab es doch einige spannende Motive zu entdecken.

Das Areal gehörte in den Zeiten der DDR zu einem in den 50er Jahren gegründeten VEB zur Herstellung von Kühlschränken für den Haushalt, sowie von weiteren industriellen Gütern. Das Werksgelände umfasst zahlreiche Gebäude auf ca. 18 Hektar Grundfläche.

Wie viele Betriebe der DDR durchlief auch dieser Betrieb nach der Wende eine wechselhafte Geschichte, die dann mit der endgültigen Schließung des Werks 1996 endete. Das Gelände liegt seitdem brach. Zerfall, Vandalismus und ein Großbrand hinterließen in den folgenden zwei Jahrzehnten deutliche Spuren.

Bei der Begehung der Gebäude und des offenen Geländes vermied ich mehrfach Bereiche, da sie mir doch schon deutlich zu gefährlich erschienen. Aber wie immer galt auch hier für mich, dass kein Foto das Risiko von körperlichen Schäden wert ist.

Beeindruckt war ich vor allem von den großen Montagehallen, die Kombination aus Stahl und verfallenen Mauern finde ich immer wieder sehenswert. Zudem ließen sich in vielen Bereichen tolle Wechselspiele aus Licht und Schatten einfangen.

Auch die Streetart-Künstler hatten dieses Areal bereits für sich entdeckt, so fand ich zahlreiche, oft sehr gut versteckte Werke ua. von Plotbot Ken, XOXO, Strok und vielen weiteren, mir bisher nicht bekannten Künstlern.

Der industrielle Charme war mir noch in guter Erinnerung, als ich nach einer Location für ein Stahlwolle-Shooting suchte. Gemeinsam mit Jana habe ich dann die wilden Ideen mit viel Spaß und Improvisation umgesetzt. Die Ergebnisse findet ihr hier