You have to hurry up if you want to see something, everything disappears. (Paul Cezanne)

Daniel Anhut

Stadtbad Lichtenberg

Eine seltene Gelegenheit bot sich mir am 10.09., das Stadtbad Lichtenberg öffnete wieder einmal seine Türen anlässlich des "Tag des offenen Denkmals". Ich hatte das große Glück noch ein Ticket zu bekommen, denn die angebotenen Führungen durch den Förderverein waren alle sehr schnell ausgebucht.

Schon die frontale Ansicht des Gebäudes mit den vier Springerfiguren war imposant. Die Innenarchitektur im Stile des Expressionismus war es ebenfalls. Im Foyer erhielten wir eine sehr informative Einführung in die Geschichte des Bäderwesens in Deutschland und die Entwicklung des 1928 eröffneten Volksbades Lichtenberg. Der Förderverein stellte ebenso seine Arbeit zum Erhalt und Schutz des Volksbades vor.

Nach der Einführung konnten wir beide Schwimmhallen und andere Räumlichkeiten begehen. Leider waren viele Bereiche durch Schäden und entsprechende Sicherheitsauflagen gesperrt, so dass man nur einen kleinen Teil begehen und sehen konnte. Beide Schwimmhallen boten aber auch so interessante Perspektiven und Motive.

Auch die noch vorhandenen Installationen wie Lampen, Kartenautomaten und Luftduschen wollte ich nicht ungeknipst lassen...

Man sah es vielen Bereichen an, dass die Nutzung der Hallen zwischen 1988 und 1991 schrittweise aufgrund von gravierenden Baumängeln und zunehmender Bedeutungslosigkeit durch neugebaute Schwimmbäder eingestellt wurde. Wetterschäden, Verfall und Vandalismus über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg hinterließen deutliche Spuren.

Es ist wirklich tragisch, in welchem Zustand sich die Anlage befindet. Eine Zwischennutzung oder ein Investor konnte bisher nicht gefunden werden und auch wurden bisher nicht ausreichende Mittel zum Schutz oder zur Sanierung des Stadtbads zur Verfügung gestellt. Ich würde mich sehr freuen, wenn der Förderverein mit seinem Anliegen erfolgreich ist und dieses Stück Stadtgeschichte erhalten bleibt.